Es geht mal wieder um die Kindercomics von Reprodukt + Gastautorin = Teil 1

Posted by quitzi on Montag, 20. Mai 2013
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…UHUHUHUND, dieses Mal halte ich voll meine Klappe, da staunt ihr wa? Ich hab mir nämlich gedacht, Pfingsten ist doch euer liebstes Fest und zu so einem Fest braucht man eine Gastautorin, hier isse auch schon, die HilliKnixibix


Quitzi’s Kinder-Comic-Kiste aus Berlin

Ich hatte vor einiger Zeit mal wieder Ferien. Als Lehrerin habe ich davon schon die eine oder andere Woche Zeit, um nicht an Schule zu denken. Der gute Quitzi weiß das schon sehr genau und schickt mir ab und zu ein paar ausgewählte Comics aus dem Groben Unfug, damit ich mich in dieser unterrichts –und schülerfreien Zeit nicht allzu sehr langweile oder zu viel spazieren gehe oder zu viel Brot backe.

Dieses Mal hat er mir 6 Comics vom Reprodukt-Verlag geschickt, die geschrieben wurden für Kinder ab einem gewissen Alter. Das gewisse Alter konnte ich bei der jeweiligen bunten Lektüre nicht heraus lesen. Das gewisse Alter ist sicher eine Frage des jeweiligen Interessens- und Wissenstandes des Kindes. So habe ich mir das am Ende des Lesens gedacht.

Und am Ende kamen auch unterschiedlich Meinungen heraus, die jeden Comic unterschiedlich in Erinnerung behält. Ich überlegte viel und lange und möchte nun an dieser Stelle die ersten 3 Comics in kurzer Form begutachten. Diese 3 fand ich jeweils schön anzuschauen und mehr oder weniger zu lesen:


© Reprodukt

Geschrieben von Emmanuel Guibert (Alans Krieg und Der Fotograf) und gezeichnet von Marc Boutavant, der auch für ein anderes, mir vorliegendes Buch seine Federn schwang. Ariol wird dem Leser oder Angucker bekannt gemacht durch einzelne Geschichtchen aus dem Alltag. Ein Alltag, der Fragen stellen lässt und Gedanken aufwirft, die die meisten Kinder im Grundschulalter, vielleicht auch schon früher, mit ins Bett und in die Träume nehmen. Hier gibt es zum Beispiel Szenen unter Freunden, die ebenfalls durch Tiere verkörpert sind, Zwiegespräche mit den Eltern und Bekanntes aus dem Schultag. Der Esel ist schlicht gezeichnet und besticht durch seine schicke Brille, die ihm ab und zu schief auf der Nase sitzt. Seine Geschichten fesseln nicht unbedingt, kommen aber immer zu einem liebenswerten Schluss, weshalb mich dieses Comic sicher noch einmal unterstützen wird, wenn ich einen kleinen Schüler mit einer kleinen Geschichte aus seiner Lebenswelt erheitern möchte.

© Reprodukt

Von Pierre Bailly und Céline Fraiport. Dieser Comic kommt ganz ohne Schriftsprache aus. Allein die einfach gehaltenen, nicht überladenen Bilder lassen Kinder die Geschichte sehr gut nachvollziehen. Eine kleine Figur namens Strubbel macht sich morgens auf den Schulweg und kommt aus Neugierde vom Weg ab und landet schließlich in einem Gemüsebeet. Dort schließt er recht flott Freundschaft mit den tierischen Anwohnern des Beetes. Fröhlich, bunt, gut gelaunt und das Übel der Welt noch weit entfernt. Aber nur so weit, bis die Wespe ihren Teil dazu beiträgt, dass Schmerz und Traurigkeit bei Strubbel eintreten. Gemeinsam mit den neuen Freunden macht er sich auf den Weg, sich an der Wespe zu rächen. Doch dann kommt alles anders als erwartet. Ich kann mir gut vorstellen, diesen Comic mit Kindergartenkindern anzuschauen.  Emotional werden hier die Kinder auf verschiedenen Ebenen angesprochen, ohne dass die Angucker des Lesens mächtig sein müssen. Dadurch und durch mögliche Fragen kann es dabei zu einem regen Austausch mit Eltern oder großen Geschwistern kommen. Gut!

© Reprodukt

Eine abgefahrene Geschichte, die die Fantasie der Kinder anregt und Raum gibt für Vorstellungen, die nicht mehr in erwachsene Köpfe passen. Beim Lesen dieses Comics wurde ich Zeugin eines Abenteuers, in dem der Junge Mattis die Kiste eines Zauberers findet. Eine Kiste, die Beine und Arme bekommt und zudem auch noch spricht. Alles ausschließlich erlebbar für Mattis und den Zauberer. Eltern sind hier außen vor. Text und Inhalt sind knapp gehalten, die Sprache ist leicht verständlich, die Emotionen der Protagonisten liebevoll ausgestaltet. Gerade die Tatsache, dass Unmögliches umsetzbar wird und an der richtigen Stelle mit echtem Ernst dargestellt, macht diese Geschichte zu einer zauberhaften. Zu der nicht zuletzt der Zauberer in ‚Opa-Gestalt‘ einen großen Teil beiträgt. Mit dem Lehrerinnenauge trotz Ferien empfehle ich diesen Comic Kindern im Grundschulalter als kleine Auszeit aus all der Vernunft. Aus Vernunftsgründen und damit jeder Geschichte ein gebührender Platz zukommt werden die anderen Comics gibt’s bald von mir vorgestellt. Und eines  bekommt von mir eine besonders würdige Würdigung mit Würdigungssternchen.